Gynäkologisches Krebszentrum Ansbach

Ernährungsberatung und -therapie

Leistungsangebot

  • Ernährungstherapeutische Einzelberatung
  • Einzelschulungen in der Krebstherapie, bei Mangelernährung, bei gastroenterologischen Erkrankungen
  • Ernährung nach großen Operationen im Magen-Darm-Bereich, vor und nach einem künstlichen Darmausgang, bei Kurzdarmsyndrom
  • Enterale Ernährungstherapie, Ernährung im Alter, für Demenzkranke, für geriatrische Patienten, bei Stoffwechselerkrankungen, koronaren Herzerkrankungen, Diabetes mellitus
  • Abnehmkurse

Hier finden Sie unseren Informationsflyer zur Ernährungsberatung zum Download.

Ernährung bei Krebs

Gibt es eine Krebsdiät?

In den vergangenen Jahren wurden immer wieder verschiedene Krebsdiäten in den Zeitungen publiziert, die eine Heilung versprachen und betroffene Krebspatienten beeinflussten, auf medizinische Behandlungen zu verzichten. 

Als Krebsdiäten werden die unterschiedlichsten Nahrungsmittel und Essgewohnheiten angepriesen, sie sollen hilfreich und heilsam sein. Nicht selten werden auch Nahrungsergänzungsmittel in zum Teil aberwitzigen Dosierungen als Mittel gegen die Krankheit verkauft. Keine dieser Methoden hat bis heute in wissenschaftlichen Untersuchungen den Beweis erbracht, dass sie die Krankheitssituation verbessern konnte. Der Tumor kann weder ausgehungert noch sonst durch eine einseitige Ernährung bekämpft werden. Krebsdiäten, die ohne jegliche ärztliche Behandlung Heilung versprechen, sind Scharlatanerie, wirkungslos und lebensbedrohlich und führen zu einer Fehl- und Mangelernährung. Auch Fasten ist bei Diagnosefeststellung gefährlich. Durch eine Mangelernährung wird das Immunsystem geschwächt, Sie sind weniger widerstandsfähig und es kommt zu starkem Gewichtsverlust, was während der Krebstherapie nicht erwünscht ist. Eine Ernährungsumstellung ist in gewisser Hinsicht sinnvoll. Dazu brauchen Sie auch keine großen Veränderungen und nicht auf alle Lieblingsspeisen zu verzichten. Essen soll für Sie ein Genuss bleiben.

Für Krebspatienten gilt deshalb wie für jeden Menschen die Empfehlung einer gesunden ausgewogenen Ernährung.

Berücksichtigen Sie folgendes:

  • Achten Sie auf Ihr Körpergewicht.
  • Gehen Sie sparsam mit Fett um, in dem Sie fettarmen Brotbelag auswählen. 
  • Essen Sie weniger rotes Fleisch, dafür mehr Fisch und Geflügel
  • Essen Sie reichlich Obst und Gemüse und zusätzlich Milchprodukte.
  • Nehmen Sie ausreichend Ballaststoffe zu sich, (Gemüse und Vollkornprodukte) ohne das Trinken zu vergessen.
  • Trinken Sie täglich mindestens 1½ Liter Flüssigkeit.
  • Trinken Sie , wenn überhaupt, nur wenig Alkohol und rauchen Sie nicht.
  • Reduzieren Sie Ihre Zufuhr an Kochsalz verwenden Sie frische Kräuter und Gewürze.
  • Meiden Sie unausgewogene Diäten.
  • Steigern Sie Ihre körperlichen Aktivitäten.
  • Lassen Sie sich gegebenenfalls über eine sinnvolle Zusammensetzung der Ernährung beraten. (Ernährungsberatung durch eine Fachkraft, z.B. Diätassistentin).

Nahrungsergänzungen

Hierbei sollte wohlweislich unterschieden werden, aus welchen Gründen eine Nahrungsergänzung eingesetzt werden soll. Verwenden Sie die in Nahrungsergänzungsmitteln angebotenen Vitamine, um damit Ihre einseitige Ernährung aufzuwerten oder weil Sie im Glauben sind, trotz gesunder Ernährung zu wenig Vitamine aufzunehmen? Bevorzugen Sie nach wie vor eine ausgewogene Mischkost, denn die in den Nahrungsergänzungsmitteln angebotenen Vitamine haben weniger schützenden Einfluss als eine natürliche Ernährung, die reich an pflanzlichen Produkten sind und viele weitere Inhaltstoffe aufweisen.

In Zusammenhang mit Operationen, Chemotherapie oder Strahlentherapie können Nahrungsergänzungen durchaus angebracht sein. Mit einer gezielten und mit Ihrem Arzt abgesprochenen Anwendung kann die Form und die Dosierung von Nahrungsergänzungsmitteln sinnvoll sein und genau auf Ihre Therapie ausgerichtet werden.

Vorsicht! Nehmen Sie nicht eigenmächtig irgendwelche Präparate ein, denn z.B. eine zu hohe Zufuhr an Selen kann durch die Einnahme hochdosierter Medikamente schädlich sein und die Wirkung einiger Medikamente bei der Chemotherapie herabsetzen. Bei verschiedenen Vitaminen und Spurenelementen muss genauestens die Einnahmezeit beachtet werden. Manche werden unmittelbar vor dem Essen, andere wiederum zu einem zeitlichen Abstand zu den Mahlzeiten genommen. 
Nahrungsergänzungen in flüssiger Konsistenz, (Trinknahrungen) enthalten neben den Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelemente, lösliche Ballaststoffe, in jeweils unterschiedlicher Menge die Nährstoffe, Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate. Sie enthalten Kalorien im Gegensatz zu den Vitamin und Mineralstoff-Produkten, die keine Energie enthalten.

Je nachdem, welche Erkrankungen diagnostiziert oder welche Nebenwirkung bei einer Behandlung entstehen, gibt es speziell dafür hergestellte Trinknahrungen, die einer Mangelernährung vorbeugen und den Allgemeinzustand des Patienten verbessern und den Heilungsprozess unterstützen. Ihr behandelnder Arzt oder Diätassistentin wird mit Ihnen besprechen, welche Trinknahung für sie die geeignete ist und diese verordnen.

Abwechslungsreiche Ernährung nach der Krebstherapie

Sind alle Neben- und Nachwirkungen Ihrer Tumortherapie abgeklungen, können Sie wieder vollwertige Lebensmittel genießen. Essen Sie viele frische pflanzliche Nahrungsmittel, farbenfrohes Gemüse und Hülsenfrüchte. Denken Sie auch an knackige Blattsalate, bevorzugen Sie Vollkornprodukte und verwenden Sie unpolierten Reis. Fette mit einem hohen Anteil an mehrfachungesättigten Fettsäuren wie die Omega-3-Fettsäuren wirken günstig auf Ihr Immunsystem. Weniger Fleisch und mehr Fisch ist besser. Rotes Fleisch sollte nicht so häufig auf Ihrer Speiskarte stehen. Rein vegetarisch oder gar vegan wäre ebenfalls ungünstig. Bevorzugen Sie an Stelle von Wurst lieber Käse oder auch Milch- und Milchprodukte. Wählen Sie hier die fettarmen Varianten.

Nehmen Sie sich Zeit zum Essen und genießen Sie die Mahlzeiten. Mehrere kleine Portionen (6-8 kleine)  wären in der ersten Zeit sicherlich günstiger als drei große Hauptmahlzeiten. Essen Sie nur dann, wenn Sie wirklich Hunger haben und der Appetit kommt.

Ernährungsempfehlung zur Prävention von Krebs

  • Vermeiden Sie Übergewicht, indem Sie weitestgehend auf fettreiche Lebensmittel und viel Fleisch verzichten.
  • Essen Sie täglich frisches Obst, Gemüse und Vollkornprodukte.
  • Waschen Sie Obst und Gemüse gut, entfernen Sie die äußeren Blätter.
  • Essen Sie kaum Innereien, Wildpilze oder Tintenfischprodukte.
  • Wärmen Sie nitratreiches Gemüse nicht auf.
  • Essen Sie weniger gepökeltes oder geräuchertes Fleisch, Schinken, Wurstwaren, Räucherfisch.
  • Gepökeltes Fleisch nicht grillen, braten oder hoch erhitzen.
  • Essen Sie keine angeschimmelten Lebensmittel oder nicht mehr einwandfreie Nüsse.
  • Schränken Sie Ihren Alkoholkonsum ein.
  • Verzichten Sie aufs Rauchen.

Ernährung während und nach der Behandlung

Eine gesunde Ernährung spielt für ein besseres Allgemeinbefinden und Lebensqualität eine wichtige Rolle. Während eines Therapieverlaufs muss sichergestellt sein, dass der Patient ausreichend ernährt wird, damit die Wundheilung,  die Regeneration und die Stärkung des Immunsystems gewährleistet ist.

Auch kann es während oder nach einer Behandlung zu Problemen kommen sich  ausreichend gesund zu ernähren, z.B. bei psychischen Problemen wie Zukunftsängsten, depressiven Verstimmungen oder Depressionen, sie verderben nach großen Operationen den Appetit, hinzu kommen als Nebenwirkungen einer Chemo- oder Strahlentherapie die Geschmacksveränderungen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle oder Entzündungen der Schleimhäute in Mund, Speiseröhre oder Magen-Darm- Trakt hervorrufen. Alle diese Faktoren spielen bei einem Mangel an Nährstoffen, Vitamine, Mineralstoffen und Spurenelementen eine wesentliche Rolle und führen auf lange Sicht zu einer Mangelernährung.

Nach der Darm-Operation

Wurden Teile am Darm entfernt oder ist eine Darmschleimhaut geschädigt, kann es zu einer Störung der Verdauung kommen mit der Folge eines Nährstoffdefizits. Während Ihnen in der Zeit Ihres Klinikaufenthaltes Ärzte und Diätassistentinnen Anweisungen und Empfehlungen für Ihre künftige Ernährung aussprechen, sind viele Patienten zuhause verunsichert, sich ernährungsbewusst zu ernähren. In diesem Falle haben Patienten die Möglichkeit, im Klinikum eine ergänzende, ambulante, ernährungsspezifische Beratung durch unsere Diätassistentin wahrzunehmen. Sie wird auf Sie und ihre ganz persönlichen Probleme, Wünsche, Bedürfnisse eingehen.

Stoma

Eine generelle Stoma-Diät gibt es nicht, da jeder Mensch unterschiedliche Lebensmittel verträgt. Grundsätzlich gelten die Richtlinien einer gesunden Ernährung nach den wissenschaftlichen Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE).

Generell unterscheidet man zwischen dem Dünndarm-Stoma (Ileostomie) und dem Dickdarm-Stoma (Kolostomie). Die Ernährung richtet sich immer nach dem individuell entfernten Darmabschnitt. Liegt ein künstlicher Darmausgang im Dickdarm, so ist die Aufnahme von Wasser und Elektrolyten (Mineralien) über den  Darm möglich, während bei einem Dünndarm-Stoma diese Funktion nicht mehr gegeben ist. Daher auch die wässrig-dünnen Stühle, die mit keiner speziellen Ernährung beeinflussbar sind. 

Beim Dickdarm-Stoma ist bereits die Verdauung im Dünndarm abgeschlossen, dass bedeutet der Dickdarm verwertet keine Nährstoffe mehr und Sie können bald wieder nach einem operativen Eingriff eine vollwertige Ernährung essen. Seien Sie nicht verunsichert, wenn Ihr Stuhl nicht immer die alte Konsistenz hat, da nicht immer dem Stuhl Wasser entzogen werden kann.

Bei einem Dünndarm-Stoma unterscheidet sich die Ernährung gegenüber der beim Dickdarm-Stoma wesentlich. Alles, was Sie essen und trinken, führt zu einer Stuhlentleerung in den Beutel. Je nachdem in welchem Bereich der künstliche Ausgang liegt, kann es vermehrt zu einer Nährwertstörung kommen (z.B. Fettverwertungsstörung). Die Ernährung sollte blähungsfrei und ballaststoffarm sein. So bildet eine ausreichende Flüssigkeits- und Kochsalzaufnahme neben einem genügenden vitaminreichen Essen die Grundlage der Ernährungsmaßnahmen.
Nach Ihrem Klinikaufenthalt ist eine vollwertige Ernährung unter Berücksichtigung ihrer Unverträglichkeiten ratsam. Was Sie am besten vertragen und was nicht, wissen Sie am besten. Führen Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit in der Anfangzeit ein Ernährungstagebuch, in dem Sie genau notieren, wann Sie was gegessen haben und welche Symptome aufgetreten sind. Die Mühe lohnt sich!

In der Zeit Ihres Krankenhausaufenthalts und auf Wunsch besucht Sie unsere Diätassistentin.  In einer ergänzenden ambulanten Beratung können Sie auch nach Abschluss Ihrer unmittelbaren Behandlung  einen Termin mit unserer Diätassistentin vereinbaren.

Bei Gewichtsabnahme

Appetitlosigkeit und ungewollter Gewichtsverlust deuten in den meisten Fällen auf ein Fortschreiten der Krebserkrankung hin. Als Folge eines hohen Energiebedarfs der Krebszellen sowie einer Stoffwechselveränderung verändert sich der Körper. Der Patient verliert Muskelmasse, Fett- und Zuckerspeicher leeren sich. Kommt zusätzlich noch eine Appetitlosigkeit hinzu, führt dies zu einer Mangelernährung.

Durch die unzureichende Nahrungsaufnahme können die notwendigen Nährstoffe an Eiweiß, Kohlenhydraten, Spurenelementen nicht aufgenommen werden. Zu wenig Eiweiß führt vermehrt zu einer Wassereinlagerung in unser Körpergewebe. Oftmals ist der Gewichtsverlust durch den Verlust an Körperzellen höher als die Gewichtszunahme durch die Wassereinlagerung.

Die verminderte Zufuhr an Kalorien, Vitalstoffen und Nährstoffen führt zu einem allgemeinen Schwächegefühl und Antriebslosigkeit, dies wiederum zu einer Mangelernährung.

Tipps:

  • Essen Sie, was Ihnen schmeckt und worauf Sie Appetit haben.
  • Bevorzugen Sie kalorienreiche Nahrungsmittel, die gleichzeitig Vitamine, Mineralien und Spurenelemente enthalten.
  • Essen Sie mehrere kleine Mahlzeiten, lassen Sie keine Mahlzeiten aus, besonders nicht das Frühstück. Zwingen Sie sich nicht zum Essen.
  • Decken Sie Ihren Tisch schön, servieren Sie sich Ihr Essen appetitanregend und essen Sie nach Möglichkeit in Gesellschaft.
  • Verzichten Sie auf schwerverdauliche Speisen.
  • Bevorzugen Sie vollwertige Nahrungsmittel wie Vollkornprodukte, Naturreis, ballaststoffreiches Gemüse, sofern Sie keine Blähungen oder Durchfälle haben.
  • Achten Sie auf eine eiweißreiche Ernährung, z. B. Speisen mit Milch zubereiten, Sauermilch und Käse, Eier, Hülsenfrüchte, Sojaprodukte sowie helles Fleisch und Fisch.


Empfehlung: Essen Sie täglich 3-mal fettarme Milchprodukte. Einer Milchportion entsprechen:

  • 1 Glas fettarme Milch, 1,5% Fett, 200ml 
  • 1 Becher fettarmer Joghurt, Dickmilch oder Kefir, 1,5% Fett, je150g
  • 1 Becher Buttermilch 200 ml
  • 1 Dessertschälchen Magerquark 150 g oder 
  • 1 große Schreibe Käse mit ca. 30 % F. i. Tr., ca. 50g.

Bei Diarrhoe (Durchfall)

Während der oder sogar erst nach den Wochen einer Chemotherapie sowie bei einer Behandlung mit Antibiotika kann es zu Durchfällen kommen. Ein Drittel der Patienten leidet an einer Strahlenenteritis, einer Entzündung der Darmschleimhaut. Langanhaltende Durchfälle führen zu Elektrolytverlust, d. h. zu Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust. Durch die Chemobehandlung werden nicht nur die Tumorzellen angegriffen sondern auch die Schleimhäute der Darmwand. Damit sich die gesunden Zellen schnell wieder regenerieren können, ist eine ausreichende Zufuhr an Energie und Nährstoffen erforderlich. 

  • Trinken Sie reichlich, 2-3 Liter Flüssigkeit pro Tag. Günstig sind schwachgesüßter Tee, Tee von getrockneten Heidelbeeren, warme Brühe mit Reis und Frühkarotte oder Isotonische Sportlergetränke und Mineralwasser ohne Kohlensäure. 
  • Heidelbeerprodukte beeinflussen durch Farb- und Gerbstoffe die Stuhlbeschaffenheit und den Geruch günstig. 
  • Vermeiden Sie Speisen, die Verdauung anregen, wie z. B. scharfe Gewürze, blähendes ballaststoffreiches Gemüse, Kohlsorten, Hülsenfrüchte, zu süße Speisen und fetthaltige Milchprodukte wie Vollmilch und Sahne.
  • Eine ballaststoffarme Ernährung schont Ihren Darm. Empfehlenswert sind Reis, gekochte Kartoffeln und leicht verdauliches Gemüse, wie Karotten, Spargel, Schwarzwurzeln, Zucchini, Tomate.
  • Essen Sie möglichst wenig frisches Obst und Salat. Eine Ausnahme sind Bananen und fein geriebene Äpfel, da sie stopfend wirken. 
  • Der geriebene Apfel vor der Mahlzeit enthält lösliche Ballaststoffe (Pektine), die die Bindung von Wasser im Darm ermöglichen.
  • Nehmen Sie leicht verdauliche Speisen mit hohem Eiweiß- und Kaliumgehalt zu sich, wie Hüttenkäse, Eier, Bananen, gekochte Kartoffeln, Reis, Nudeln, Weißbrot, Marmelade, Honig, mageres Fleisch sowie magere Milchprodukte wie Magerquark, Joghurt und Buttermilch. Kaliumreiches, gut verträgliches Obst sind Bananen, Honigmelone oder leichtes Aprikosen- oder Pfirsichkompott.
  • Vermeiden Sie stark gewürzte Speisen. Ingwer (z. B. Ingwertee) beruhigt die Magen-Darm-Schleimhäute, geriebene Muskatnuss verlängert die Transportzeit im Darm.
  • Vermeiden Sie koffeinhaltige Getränke, Alkohol und Zigaretten.

Durch einen operativen Eingriff im Dünndarmbereich und eine Chemo- und Strahlentherapie kann es zu Verdauungsstörungen kommen mit der Folge, dass eventuell Butter, Margarine, Schmalz und Öle vom Darm nicht mehr aufgenommen werden können und dies zu Fettstühlen (Steatorrhöe) führt. Je länger diese Verdauungsstörung anhält, umso mehr Energie, wichtige Nährstoffe und Wasser gehen verloren. 

In diesem Fall müssen die normalen handelsüblichen Streich- und Zubereitungsfette gegen MCT-Fette (mittelkettige Fettsäuren) ausgetauscht werden (im Reformhaus erhältlich). Danach sollte sich der Stuhl wieder normalisieren.

Bei Chemo- und Strahlentherapie

In dieser Behandlungsphase sind zum größten Teil die Geschmacksnerven und der Geruchssinn beeinträchtigt. Die Folge ist bei vielen Patienten starker Gewichtsverlust. Süßes schmeckt ihnen zu süß, Fleisch zu bitter. Die Lieblingsgerichte und bevorzugte Lebensmittel schmecken nicht mehr oder es stellen sich vermehrt Abneigungen gegen Fleisch und Fisch ein. Versuchen Sie in der Zeit vor dieser Therapie, möglichst nicht Ihre Lieblingsspeisen zu verzehren. 

  • Achten Sie darauf, Ihr Gewicht stabil zu halten.
  • Spülen Sie vor dem Essen gut den Mund aus.
  • Ersetzen Sie Lebensmittel und Gerichte durch andere, z.B. essen Sie helles Fleisch oder Geflügelfleisch (dies wird meistens besser toleriert als rotes Fleisch), kleine Hackbällchen oder Mettbällchen in Suppen und leichten Gemüseeintöpfen anstelle von großen Fleischportionen oder Steaks.
  • Legen Sie vor der Zubereitung das Fleisch je nach Geschmackstoleranz in eine süßliche Marinade (z. B. Sanddorn, Orangensaft, Preiselbeeren) oder in eine säuerlichen Variante.
  • Bevorzugen Sie als Eiweißquelle Milchprodukte, z. B. Quarkspeisen, Quarkauflauf oder Eiergerichte als gute Alternative zu Fleisch.
  • Verwenden Sie milde, reizlose Gewürze und Kräuter, am besten frisch (Petersilie, Basilikum, Ingwer, Curry, Zimt, Vanille). Mögen Sie Speisen nicht so süß, so könnten Sie Zucker durch Traubenzucker austauschen.

Bei Übelkeit und Erbrechen

  • Essen Sie vor dem Aufstehen etwas trockenes Gebäck, Toast, Zwieback, Salzstangen.
  • Essen Sie vor der Chemotherapie nur leichte Mahlzeiten, nicht zu heiß und auch nicht zu kalt.
  • Vermeiden Sie Getränke und Speisen, die den Magen/Darm belasten, wie sehr saure und fettige Speisen, scharf Gebratenes und starken Kaffee.
  • Essen Sie in Ruhe, kauen Sie gut und ruhen Sie sich nach dem Essen aus.
  • Vermeiden Sie unangenehme Gerüche in Ihrer Umgebung, lüften Sie gut die Wohnung  und kochen möglichst nicht selbst. 
  • Versuchen Sie bei starkem Erbrechen, ausreichend stilles kohlensäurearmes Mineralwasser, Pfefferminz- oder Kamillentee zu trinken. Fruchtsäfte mit einem hohen Fruchtsäureanteil werden nicht gut vertragen. Lutschen Sie Eiswürfel, gefrostete Fruchtstücke oder Wassereis.
  • Trinken Sie möglichst viel zwischen den Mahlzeiten und nicht zum Hauptessen.
  • Falls Sie öfters erbrechen, warten Sie 4-8 Stunden, bevor Sie feste Nahrung zu sich nehmen.

Bei Appetitlosigkeit und Geschmacksstörungen

Begleiterscheinungen wie Niedergeschlagenheit, Angst vor der Erkrankung, psychische Probleme, Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle sowie Störungen der Wahrnehmung von Hunger und Sättigung oder Änderungen des Geschmacks- und Geruchsempfindens sorgen dafür, dass den Krebspatienten die Lust am Essen vergeht. Geschmacksveränderungen sind die Folge und Manches schmeckt bitter oder einfach fade. Manche Betroffenen haben einen metallischen Geschmack im Mund.

  • Lüften Sie bei Appetitlosigkeit das Zimmer gut und vermeiden Sie Essensgerüche.
  • Essen Sie an einem schön gedeckten Tisch.
  • Lassen Sie sich vom Essen ablenken und essen bzw. naschen Sie viele kleine Mahlzeiten zwischendurch, wenn Sie gerade Appetit haben, z B. beim Zeitungslesen, Fernsehen, Essen mit Freunden etc. 
  • Achten Sie auf eine gut bestückte Vorratshaltung und Tiefgefrorenes, so dass Sie schnell etwas zubereiten können. 
  • Versuchen Sie Essens- und Kochgerüchte zu vermeiden.
  • Gönnen Sie sich zur Appetitanregung vor dem Essen einen Aperitif, z. B. ein Glas Sherry, Wermut oder Sekt.
  • Bewegung vor dem Essen regt den Appetit an.
  • Schmeckt Ihr Essen fade, verwenden Sie frische Kräuter, Kräutersalz, Knoblauch- oder Zwiebelpulver, Sojasoße zur Geschmacksverbesserung.
  • Anstelle von Rind- und Schweinefleisch solltenSie Geflügelfleisch und Fisch bevorzugen. Beides  kann in Fruchtsaft, Sojasoße oder Wein eingelegt werden. 
  • Wer kein Fleisch mag, kann mit Milchprodukten wie Quark, Joghurt, Buttermilch, Dickmilch, Kefir, sowie Eiern und Tofu gut mit Eiweiß versorgt werden.

Essen Sie wöchentlich:
1 – 2 Portionen Seefisch, ca. 150g – 180g
2 -  3 Portionen mageres Fleisch, max. je150g 
2 – 3 Portionen mageren Wurstaufschnitt, max. je 50g
2 Eier

Einer Fleisch- oder Fischportion entsprechen:
1 kleines Schnitzel natur, ca. 150g
1 Putenbrust natur, ca. 150g
1 Ei á 60g
1 Hähnchenschlegel, ca. 150g
1 Fischfilet natur, 150g, z.B. Hering, Makrele, Lachs
2 Scheiben magerer Aufschnitt.

Gemüseeintöpfe können Sie geschmacklich verfeinern, indem Sie kleine Mengen mageren gekochten Schinken oder Kasseler statt Speck verwenden. Bei Fleischbrühen, Saucen oder Fonds können Sie nach dem Erkalten das Fett abschöpfen. Mit Senf, Tomatenmark, frischen Kräutern und Knoblauch-, Zwiebelgewürz können Sie Ihre Speisen verfeinern.

Bei Entzündungen der Schleimhäute

Die Schleimhäute können bei mancher Chemo- oder Strahlentherapie beeinträchtigt werden und überempfindlich auf verschiedene Lebensmittel reagieren. Je nachdem, welche Region im Körper in Mitleidenschaft gezogen ist, kann es zu unterschiedlichen Entzündungen kommen. Im Bereich von Mund, Rachen und Speiseröhre können schmerzhafte Rötungen, Mundtrockenheit sowie Schluckbeschwerden auftreten. Ist der Darm betroffen, kann es zu Durchfällen oder Darmkrämpfen kommen.

  • Meiden Sie bei Entzündungen der Schleimhäute (Mund, Magen, Darm) Speisen und Getränke, die zu sauer, zu süß oder bitter sind, wie Tomaten, Essig, Zitrusfrüchte und saure Säfte, Endiviensalat, Kaffee, Ananas, Kiwis.
  • Vermeiden Sie harte, scharfkantige Lebensmittel, wie hartes Brot, Knäckebrot oder scharf gewürzte Speisen.
  • Bevorzugen Sie weiche Kost, wie Weißbrot mit Butter oder Margarine, weiche Brötchen, milde Milchprodukte am besten auf Sahnebasis, Gemüsesuppe, Cremesuppe, Getreide- oder Grießbrei, passiertes Kompott oder Kompott mit Wasser verdünnt, Milchprodukte mit Haferflocken gemischt, Milchmixgetränke, Pudding, Gelee, Eiscreme, Streichkäse (Zubereitung säurearm, nicht zu süß und scharf gewürzt).
  • Bei stärkeren Schmerzen nehmen Sie eine flüssigbreiige Kost, eventuell eine industriell hergestellte flüssige Nahrungsergänzung als Trinkflüssigkeit.
  • Achten Sie darauf, dass Sie genügend trinken, verdünnen Sie Säfte mit Wasser ohne Kohlensäure.
  • Verzichten Sie Auf Alkohol und Zigaretten.
  • Leiden Sie unter Mundtrockenheit, so sollten Sie häufig kleine Portionen Flüssigkeit trinken, z.B. Pfefferminz- und milden Zitronentee, Malzbier, stilles Mineralwasser. 
  • Kaugummi und glatte saure Bonbons können den Speichelfluss fördern.
  • Bei starken Entzündungen an den Schleimhäuten können Sahne und Eis in die Schmerzmittel (Analgetika) gemischt werden und die Beschwerden lindern. Diese Spezialmixturen können von der Apotheke hergestellt werden.

Bei Verstopfung

Von Verstopfung (Obstipation) spricht man, wenn die Stuhlentleerung zu selten erfolgt (weniger als dreimal in der Woche) oder der Stuhl zu hart ist, was gelegentlich auch eine Veränderung seiner Form bewirkt.

Einige Chemotherapiemedikamente, Blutdruckmedikamente, oder Schmerzmittel gegen Übelkeit und Erbrechen können eine Verstopfung verursachen. Ebenso Bewegungsmangel, Bettlägerigkeit und Fehlernährung, z.B. zu viele Ballaststoffe und zu geringe Trinkmengen.

Tipps:

  • Hände weg von Abführmitteln.
  • Essen Sie viel Vollkornprodukte und Gemüse, vor allem Hülsenfrüchte, Salate und Obst.
  • Trinken Sie reichlich Flüssigkeit, 2–3 Liter täglich, um dem Körper genügend Flüssigkeit zu geben. 
  • Die Darmtätigkeit kann zusätzlich durch natürliche Quellstoffe wie Weizen oder Kleie, Leinsamen oder Flohsamen angeregt werden. Die Quell- und Faserstoffe binden Wasser im Darm, vergrößern dadurch das Stuhlvolumen und regen die Darmperistaltik an.
  • Verzichten Sie auf stopfende Lebensmittel wie z.B. Bananen, Schokolade, reichlich trockenen Käse, Salat, Knäckebrot, Knisterbrot, Zwieback, Weißbrot, Kartoffeln, Kokosflocken, Rotwein.
  • Hilfreich ist auch Milchzucker (Laktose) Erwachsene könnten bis zu 40g  (4 Essl.) und Kinder bis 20g (2Essl.) täglich zu sich nehmen.
  • Als Verdauungstee hat sich ein Malven-Holunder-Fenchelt-Tee bewährt.

Leber-Galle-Tee
15g Pfefferminzblätter, 5g Wermutkraut, 10g Tausendgüldenkraut, 10g Löwenzahnkrautwurzel. Nehmen Sie pro Tasse einen Teelöffel von dieser Mischung und übergießen Sie diese mit kochendem Wasser und lassen dies 10 Minuten ziehen. In kleinen Schlucken trinken.

Wermut, Tausendgüldenkraut und Löwenzahn enthalten Bitterstoffe und geben dem  Tee einen herben Geschmack. Die Petersilie wirkt krampflösend auf den oberen Verdauungstrakt und hat einen günstigen Einfluss auf den nervösen Dickdarm.

Malven-Holunder-Fenchel-Verdauungstee
10g Malvenblüten, 20g Holunderblüten, 10g Fenchelsamen, 10g Anissamen, 10g Süßholzwurzel

Nehmen Sie von dieser Teemischung pro Tasse einen Teelöffel, übergießen diese mit heißem Wasser und lassen dies 10 Minuten ziehen. 

Fenchel und Anis wirken gegen Blähungen, sind krampflösend und leicht antiseptisch. Malvenblüten wirken leicht schleimbildend und sind dadurch reizlindernd. Holunderblüten wirken leicht abführend und Süßholz hat eine beruhigende Wirkung auf den Magen.

Körnerkrokant (zum Naschen und gut für die Verdauung)
50g Sonnenblumenkerne, 50g Sesam, 50g Kürbiskerne, 1 Teel. Leinsamen, 1 Teel. Flohsamen, 1 Teel. Dinkel, 300g Isomalt, 1 Teel. Karamelaroma

Mischen Sie alle Zutaten und rösten die Mischung in einer beschichteten Pfanne oder Edelstahlpfanne goldbraun (nicht zu dunkel, dann schmeckt alles bitter). Danach geben Sie die Mischung in eine Schüssel. Anschließend schmelzen Sie das Isomalt in der Pfanne. Sobald der Zucker leicht braun wird, nehmen Sie die Pfanne vom Herd und rühren die Körnermischung darunter. Nun wird die Mischung auf ein mit Öl bepinseltes Backblech verteilt. Nachdem die erstarrte Masse ausgekühlt ist, können Sie diese zerstampfen oder brechen. 

Der Krokant schmeckt gut im Müsli oder einfach über einen frischen knackigen Salat gestreut. Isomalt ist eine Zuckerkombination aus Sorbit, Mannit und Glucose und hat eine leichte abführende Wirkung, daher seien Sie vorsichtig mit sogenannten „zuckerfreien“ Produkten. Diese sind stark abführend und bereiten Ihnen vermehrt Blähungen.

Bei Blähungen

Blähungen haben selten etwas mit Krebserkrankungen zu tun. Wenn Blähungen keine schwerwiegende Ursache haben, wie z.B. Darmverschluss, helfen folgende lindernde Behandlungsmaßnahmen:

  • Nehmen Sie ausreichend Flüssigkeit ohne Kohlensäure zu sich.
  • Bewegen Sie sich an der frischen Luft; wenn Sie bettlägerig sind, ändern Sie häufig die Körperlage. 
  • Vermeiden Sie konsequent blähende Speisen (u.a. Hülsenfrüchte). Um die Darmflora zu verbessern, nehmen Sie als ein gutes Hausmittel den Kümmelsamen oder essen Sie regelmäßig Joghurt mit lebenden Milchsäurebakterien. 
  • Vermeiden Sie frisches Obst, rohes Gemüse, grobe Kohlsorten, z.B. Grünkohl, Weißkraut, Rotkraut, Rosenkohl, Pilze, Knoblauch, Zwiebeln. In kleinen Mengen ist Blumenkohl, Kohlrabi und Brokkoli erlaubt.
  • Vermeiden Sie Bier, Weizenbier, kohlensäurehaltige Getränke, Cola, Limonade.
  • Blähungshemmend sind Preiselbeeren, Heidelbeeren, Joghurt.
  • Notieren Sie in der ersten Zeit Ihre Lebensmittelunverträglichkeiten in ein Ernährungstagebuch.

Tee bei Blähungen und Unwohlsein
10g Enzianwurzel,10g Pomeranzenschale, 10g Tausengüldenkraut,10g Wermutkraut, 10g getrocknete Heidelbeeren

Der bittere Geschmack dieser Teemischung lockt die Verdauungssäfte und regt gleichzeitig die Gallenproduktion der Leber an. Der Orangengeschmack im Tee hilft gegen die Übelkeit. Nehmen Sie 1 Teelöffel von dieser Mischung pro Tasse und überbrühen diese mit kochendem Wasser. Sollte der Geschmack nach dem zehnminütigen Ziehen unangenehm schmecken, können Sie etwas Honig oder  Traubenzucker hinzugeben.

Ansprechpartner
Annette Bayha
Leitende Diätassistentin
Telefon 09851 91-255
Mobil 0151 18830569
E-Mail a.bayha​ (at) ​vkla.de

Andrea Obergruber
Erste Diätassistentin Ansbach
Tel. 0981 484-32295

Klinikum Ansbach
Ernährungsberatung   
Escherichstraße 1
91522 Ansbach
E-Mail: ernaehrungsberatung​ (at) ​klinkum-ansbach.de

Sprechzeiten:
täglich 8:30–10:15 und 13:30–15:00
und nach Vereinbarung